Er hat eine Neue.

Seit letztem Freitag hat er eine neue Freundin. Es hat mich kaum geschockt, nichtmal verletzt, ich war lediglich verwundert, warum sie?

Sie scheint ein liebes Mädchen zu sein, nichts besonderes ehrlich gesagt, aber Schönheit ist ebenfalls Ansichtssache. Allerdings gibt es bei alle dem einen Hacken. Einer, der mich nicht besonders stört. Er war so betrunken, dass er am nächsten Tag nicht einmal mehr von ihr wusste. Das muss die große Liebe sein. Sicher. Allerdings sind die beiden heute zusammen durch die Stadt gegangen. Sie haben sich nicht berührt. Und ich habe ein Baguette gegessen, Mein fettverschmierter Mund war mit Sicherheit nicht besonders ästhetisch. Generell, dass ich Baguette gegessen habe, ist eine Bestrafung wert. Das war sie warscheinlich heute.

 

xx

 

1 Kommentar 7.12.09 16:28, kommentieren

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Lebensloch

Parties. Das Einzige verbliebene Thema in meinem Leben, außer Alkohol, Zigaretten, Drogen und Ihm. Der, der mein Leben zerstört hatte. Er ist einfach gegangen, ohne etwas zu sagen, ohne mir einen Grund zu nennen. Doch mir war ja selbst klar, dass es nun endgültig vorbei war, egal wie gern ich ihn wieder zurückgewinnen wollte. Es hatte ja schließlich auch Vorteile, ich konnte wieder Drogen nehmen, ich fand heraus, wie gut sich Bulimie anfühlen konnte und ich hatte endlich wieder Zeit für meine Freunde. Er hatte mein Leben durch seine hemmungslose Untreue und seine schamlosen Lästereien zerstört. Ich wusste nie, wie ich damit umgehen sollte, also hab ich es einfach zugelassen. Mich zerstören lassen. Mir fällt es jetzt noch schwer, darüber nachzudenken, geschweige denn darüber zu sprechen.


Ein halbes Jahr. Sechs Monate, in denen sich viel verändert hat. Sechs Monate in denen ich viel ausprobiert und gelernt habe. Und sechs Monate, in denen mein Leben an mir vorbeigerauscht ist, wie ein schlechter Film. Die Erfahrungen, die sich eingebrannt haben, wie Narben. Das schlimmste jedoch ist, solange am Boden gewesen zu sein. Und keiner war an meiner Seite, der mir aufgeholfen hat.


Kurz nach meinem 15 Geburtstag trat er in mein Leben. Seine letzte Freundin war seinerseits vergessen, Glaubte ich zu diesem Zeitpunkt. Ich genoss die ersten Tage und Wochen so sehr. Er versprach mir die Welt, er wollte mich glücklich machen, mich niemals traurig sehen. Wir verbrachten viel Zeit miteinander, alte Wunden waren längst verheilt. Und als wir dann von einer gelungenen Party nach hause kamen, lag ich mich auf sein Bett. Ich erinnere mich noch genau, wie kalt es war. Ich zitterte und er nahm mich in den Arm. Diese Nacht wird unvergesslich bleiben, dass wusste ich. Er streichelte mich und begann mich auszuziehen. Es fühlte sich so richtig an. Als er sich vorsichtig auf mich lag und mich küsste, war ich mir so sicher. Jede Bewegung war zärtlich. Am nächsten morgen wachte ich in seinen Armen auf. Ich beobachtete ihn beim schlafen und glaubte, mein Leben wäre perfekt, nichts konnte mehr besser werden. An einem darauf folgenden Abend waren wir mit vielen Leuten feiern. Und es gab reichlich Speed. Ich hatte schon früh davon geträumt, alle möglichen Drogen auszuprobieren. Ich hatte nicht einmal nachgedacht, sondern sofort das Röhrchen in meine Nase gesteckt und gezogen. Das Gefühl war unbeschreiblich und einmalig. Diese Leere im Kopf. Jedoch führte diese Leere auch gleichzeitig dazu, keine Sekunde an ihn zu denken. Ich wusste nicht, wie verletzt er war. Er machte sich Sorgen um mich, denn er kannte bereits jede Droge. Die Nacht verflog, obwohl ich kaum geschlafen hatte. Als ich aufwachte, hatte ich das Verlangen nach mehr. Ich wollte dieses Gefühl noch einmal spüren. Ich lernte schnell einen Dealer kennen und probierte mehr. Als er mir ein Glas hinstellte, wusste ich noch nicht, was in ihm steckte. Liquid Ecstasy. Ich trank so schnell, denn es war ein recht warmer Tag. Dann kaufte ich noch Speed und verschwand wieder zu meinem Freund. Als ich so durch die Stadt lief, merkte ich, wie ich immer langsamer wurde. Ich machte kurz eine Pause und war benommen. Es fühlte sich an, als wäre ich völlig betrunken. Ich klingelte an seiner Tür und musste mich sehr beherrschen. Als er mich reingelassen hatte, schmiss ich mich sofort auf sein Bett, denn ich empfand Stehen als unglaublich anstrengend. Als ich lag, wurde mir plötzlich übel. Ich sprang wieder auf und rannte ins Badezimmer, knallte die Tür hinter mir zu und schaffte es gerade noch abzuschließen. Ich übergab mich und schlief beinahe ein. Er klopfte wie wild an der Badezimmertür und ich öffnete. Ich log und sag mir ginge es aufgrund der Hitze nicht besonders gut. Nachdem ich mich noch ungefähr eine Stunde lang übergeben hatte, ging ich wieder in sein Bett. Er sah so traurig aus, doch ich schaffte es nicht, ihm die Wahrheit zu sagen. Was hätte ich tun sollen? Er wäre am Boden zerstört gewesen.


Als es mir etwas besser ging, setzten wir uns raus auf eine Treppe, um zu rauchen.

Da kam irgendein Kerl vorbei und bot ihm an zu kiffen. Natürlich war er begeistert von der Idee und ließ ihn ins Haus. In der Küche bauten die beiden einen Joint und verzogen sich in den Keller. Ich blieb allein in seinem Zimmer zurück und wartete. Dann erinnerte ich mich wieder daran, Speed in meiner Tasche zu haben. Ich war so scharf, eine Line zu ziehen, hatte gleichzeitig aber auch Angst, dass die beiden jeden Moment wiederkommen würden. Ich blieb einfach liegen und wartete auf sie. Nicht lange, da kamen sie, er war so high. Diesmal konnte er kaum noch stehen und ich fragte mich, was das für Gras gewesen war. Der Kerl verschwand kurz danach. Im selben Moment rief eine Freundin an und bat uns, zu ihr zu kommen. Auf dem Weg dahin, erzählte ich ihm dann, was ich getan hatte. Ich sagte, ich könne ihm das nicht verheimlichen und hoffe, dass er morgen nichts mehr davon wissen würde. Er hingegen verneinte dies und schwor mir, dass er morgen verdammt sauer sein würde. Als wir bei ihr ankamen, legte er sich in ihr Bett. Er lag einfach nur noch da. Das einzige was ein Anzeichen für Leben war, war, dass er die ganze Zeit gelacht hat. Ich wollte kurz aufstehen um etwas zu trinken, doch er riss mich an meinem Arm wieder hinunter und ich legte mich ganze nah zu ihm. Dieser Moment war wieder wunderschön.


Am nächsten Tag, hatten wir gar keinen Kontakt. Mir war klar, wie sauer er nun war.

Jedoch wusste ich nicht, dass es wirklich so schlimm war. Am nächsten Wochenende war ich nicht mit ihm feiern. Ich blieb zu Hause und bereute es so sehr. Ich spürte, dass etwas anders werden würde. Mir kamen die Tränen, denn ich hatte Angst, Ihm war irgendetwas passiert. Kurz darauf schlief ich ein. Am nächsten Tag durchsuchte ich das Internet durch irgendwelche Informationen. Als eine Gute Freundin mir dann schrieb, was am gestrigen Abend passiert war, brach meine ganze Welt zusammen. Er hatte mich betrogen. Mit einer Freundin, die ich schon so lange kannte. Jedoch gab er es nicht zu. Er beteuerte lediglich, dass ich die Einzige für ihn wäre und dass er mich liebt.

Und ich glaubte ihm jedes Wort, bis sie es mir selbst gebeichtet hatte. Einerseits hatte ich ihm geglaubt, auch wenn es naiv war, ich wollte nur seine Worte hören und glauben, vorallem aber, weil ich ihn ja so sehr liebte. Andererseits hingegen wusste ich auch, dass er mich angelogen hatte. Als sie aber die Worte aussprach, kamen mir trotzallem die Tränen. Ich war mal wieder gefallen. Er stritt dennoch alles ab. Ich vergab ihm, auch wenn er es noch lange nicht zugegeben hatte. Dann ging unsere Beziehung langsam kaputt. Es gab selten Momente, in denen wir miteinander reden konnten. Es tat so weh.

Die Zeit verging, viel zu schnell. Und dann geschah alles noch einmal, der ganze Albtraum. Er hatte mich mit seiner Ex-Freundin betrogen, von der ich glaubte, er würde sie nicht mehr wollen. Ich hatte mich so sehr getäuscht, in allen Leuten um mich herum und vorallem in ihm. Die Person, die mir alles bedeutet hat. Ich habe ihn am Abend zuvor gebeten, nichts mit ihr zu machen, denn ich hatte wieder diese Vorahnungen. Doch er hat jegliche Worte vergessen. Ihm hat es nichts bedeutet, wie viele Tränen ich geweint habe. Am nächsten Morgen wurde mir sofort berichtet, was passiert war. Ich rief ihn sofort an, er war sogar noch bei ihr. Ich hab so sehr geweint. Ich war am Boden zerstört. Und er .. ?


Am Abend rief er mich dann nocheinmal an. Er weinte. Er wollte mich nicht verlieren, jedoch blieb ich kalt, ich liebte ihn, natürlich, aber ich konnte nicht verstehen, was in seinem Kopf hervor ging. Ich wusste es einfach nicht. Dennoch probierten wir es noch einmal. Am kommenden Tag war sein Geburtstag. Ich war stolz auf mein Geschenk, denn er hatte lang davon geträumt, hatte dennoch nie selbst genug Geld gehabt.

Eigentlich hatte er das gar nicht verdient. Aber das Glitzern in seinen Augen war es mir wert. Er wollte einfach alles dafür tun, um mich nicht zu verlieren, sagte er. Doch dazu kam es gar nicht mehr, denn er verließ mich. Er sagte, ich wäre Schuld daran. Meine Drogen, meine Eifersucht, meine Angst. Einfach Alles. Ich dachte, alles wäre vorbei. Aber so schlimm war es noch nicht. Denn kurze Zeit später rief er mich an. Wir haben so lange miteinander geredet. Am Ende sagte er, dass er mich liebt. Nachdem er diese Worte sagte, musste ich immer weinen. Es tat so gut und trotzdem verletzte es mich.

Plötzlich verstanden wir uns wieder besser und schnell passierte wieder etwas zwischen uns. Er machte dennoch oft Witze über mich und verbreitete Gerüchte. Sein Humor war eigen. Oft beschimpfte er mich als fett. Ich nahm jedes Wort von ihm ernst, ich wollte perfekt für ihn sein, also hungerte ich. Dann kam wieder das Wochenende. Ich hatte mich mit meinen Eltern gestritten. Ich war einfach in die Disco gegangen, wobei ich das nun wirklich nicht darf. Ich blieb das ganze Wochenende einfach weg, ohne dass meine Eltern wussten, wo ich war. Ich war bei ihm. Und dieses Wochenende war das Schönste. Frei sein. Doch am Sonntag fanden sie mich. Und holten mich weg. Doch ein ganzes Wochenende bei ihm gewesen zu sein, war das Beste. Es lief so gut. Doch dann kam der Berlin Urlaub. Ich wusste bereits zwei Wochen bevor ich überhaupt losgefahren war, dass er sich andere Mädchen suchen würde. Die letzte Woche über war ich jeden Tag bei ihm. Meistens bin ich schon morgens um 8uhr zu ihm gekommen, damit wir auch ja viel vom Tag haben würden. Am letzten Tag, verabschiedete er sich mit einem Letzten Kuss. Dieser Kuss fühlte sich an, als würde jemand ein Messer in mein Herz rammen. Und dann fuhren wir los. Bereits am dritten Tag wusste ich, dass er vier Mädchen gehabt hat. Und ich musste weitere acht Tage damit umgehen, ohne ein Wort mit ihm wechseln zu können. Ich blieb so stark, darauf war ich ziemlich stolz.

Als ich wieder zu Hause war und gerade zwei Minuten auf meinem Boden saß, um meiner Sachen auszupacken, rief er mich an. Er fragte mich, ob ich nicht bei ihm schlafen wollen würde. Ich sagte nein, ich war so verletzt. Am Abend wurde wieder getrunken und gefeiert. Er war da, er freute sich offensichtlich mich zu sehen. Meine Freude hielt sich in Grenzen. Äußerlich. Er nahm meine Hand, er küsste mich. Doch ich konnte nicht so richtig darauf reagieren, ich versuchte gleichzeitig noch ignorant zu bleiben. Dann musste ich mal wieder wegen ihm weinen. Und plötzlich waren so viele Leute bei mir, um mich zu trösten. Ich sollte bei einer Freundin übernachten und er wollte ebenfalls dort schlafen, um bei mir zu sein. In der Nacht, schliefen wir wieder miteinander. Für den Moment, fühlte es sich wieder einmal richtig an. Doch ich hatte mich so sehr getäuscht. Denn was zwischen den Mädchen und ihn lief, blieb nicht nur bei einem Kuss. Ich war so angeekelt. Aber ich ließ weiterhin alles mit mir machen.

Dann behauptete meine damalige Beste Freundin, ich hätte bei ihr geklaut. Es war nicht nur der Schmerz, von einem wichtigen Menschen verdächtigt zu werden, sondern auch, dass jeder ihr geglaubt hat und jeder sich von mir fernhalten wollte. Dann fing ich an, mir den Finger in den Hals zu stecken, ich erhoffte mir davon nicht viel, dennoch bekam ich etwas. Ich war abgelenkt. Von allem. Zudem bekam ich wieder Speed von einem Freund. Ich hatte viel, was mich damals auch glücklich gemacht hatte. Alkohol, Kippen und vorallem Speed. Nur Er fehlte so sehr. Er war ignorant und machte vor meinen Augen mit anderen Mädchen rum. Er verletzte mich absichtlich, mit jedem Wort, mehr und mehr. Und das tut er auch jetzt noch. Gestern, heute und morgen ebenso.

Er zerstört mein Leben. Nein, er hat es bereits zerstört.

 

 

1 Kommentar 5.12.09 23:24, kommentieren